04.04.2008

Gewinnrückgang bei rückläufiger Branchenkonjunktur

    Gränichen/Zürich, 4. April 2008 – Die international im Bereich Raumklima (Heizkörper und Komfortlüftung) tätige Zehnder Group erzielte 2007 einen Umsatz von 444,4 Mio. EUR, was einem 4prozentigen Wachstum entspricht. Der Reingewinn sank um 13 Prozent auf 26,1 Mio. EUR. Den Aktionären soll eine um CHF 5 auf CHF 45 reduzierte Dividende ausgeschüttet werden.

    Akquisitorisches Wachstum

    Die insgesamt positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Europa dauerte in 2007 an. Entgegen diesem allgemeinen Trend liess die Dynamik in der europäischen Heizungsbranche jedoch bereits ab Mitte Jahr nach, was in der zweiten Jahreshälfte zu einer schwächeren Nachfrage führte.

    Davon waren insbesondere die Heizkörper betroffen, welche – auf vergleichbarer Vorjahresbasis – einen Umsatzrückgang hinnehmen mussten. Dank der Ausweitung des Konsolidierungskreises resultierte dennoch ein Umsatzplus.

    Wesentlich dynamischer verlief das Geschäft bei den Komfortlüftungen, welches vom Trend zu energieeffizienteren Bauten profitierte. Im Berichtsjahr stiegen die Verkaufserlöse um 21 Prozent, wovon zwei Drittel auf organisches Wachstum entfielen.

    Gesamthaft erzielte Zehnder Group ein 4-prozentiges Umsatzwachstum auf 444,4 Mio. EUR. Die Schwäche der übrigen Währungen (CHF, USD, GBP, CNY) gegenüber dem Euro reduzierte das ausgewiesene Umsatzwachstum um 1 Prozentpunkt. Ohne Ausweitung des Konsolidierungskreises hätte sich ein 2-prozentiger Umsatzrückgang ergeben, weil der Markt – insbesondere in den drei wichtigsten Absatzgebieten Frankreich, Deutschland und Italien – schrumpfte und die Verkaufsgesellschaften die Vorjahresumsätze nicht erreichten. Ebenfalls rückläufig waren die Erlöse in Spanien und in China. Die erwähnten Länder trugen rund 60 Prozent zum Gesamtumsatz bei.

    Demgegenüber entwickelten sich Holland, die Schweiz, die USA und verschiedene weitere Länder wie Belgien und die osteuropäischen Staaten erfreulich. Das Wachstum in diesen Ländern vermochte jedoch den Rückgang in den Hauptabsatzgebieten nicht zu kompensieren.

    Akquisitionen in Schweden und Grossbritannien

    Im Geschäftsjahr 2007 übernahm Zehnder Group die schwedische Freshman AB und die englische Bisque Group Limited. Freshman entwickelt, produziert und verkauft oder vermietet Luftfiltergeräte an gewerbliche und industrielle Kunden. Die Geräte werden nun neu unter dem Label "Zehnder Clean Air Solutions" in 10 europäischen Ländern angeboten.

    Bisque Group handelt mit Heizkörpern und verkauft diese über verschiedene Vertriebskanäle. Dank der Übernahme der Bisque ist Zehnder Group zum führenden Anbieter hochwertiger Heizkörper in Grossbritannien aufgestiegen.

    Hohe Entwicklungsaufwendungen

    Zehnder Group setzte 2007 ihre Politik der kontinuierlichen Innovation fort. So konnten verschiedene Produktentwicklungsprojekte abgeschlossen werden. Die Produkte werden 2008 sukzessive im Markt eingeführt werden und zum Wachstum der Gruppe beitragen. Daneben wurden namhafte Fortschritte bei der Entwicklung von neuen Produktionsverfahren für Heizkörper gemacht. Diese Technologien wurden zur Produktionsreife entwickelt und können ab 2009 eingesetzt werden.

    Tiefere Sachanlageinvestitionen

    Die Investitionen in Sachanlagen betrugen 23,3 Mio. EUR (Vorjahr: 27,8 Mio. EUR) Darin enthalten sind zwei grosse Neubauprojekte in den USA und der Schweiz, welche in den beiden Jahren mit rund 13 Mio. EUR zu Buche schlugen.

    Der Geldfluss aus der Betriebstätigkeit von 24,5 Mio. EUR (Vorjahr 49,7 Mio. EUR) erlaubte die Eigenfinanzierung sämtlicher Sachanlageinvestitionen.

    Per Jahresende beschäftigte Zehnder Group 3’075 Mitarbeitende, wovon rund 8 Prozent in der Schweiz arbeiteten.

    Tiefere Margen

    Die – insbesondere im Vergleich zum zweiten Semester des Vorjahres – tiefere Auslastung, der zunehmende Preis- und Kostendruck, höhere Verkaufs-, Entwicklungs- und Beratungskosten wirkten sich ungünstig auf die Ertragentwicklung aus.

    Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um 11 Prozent auf 34,0 Mio. EUR, was einer Marge von 7,7 Prozent entspricht (Vorjahr 9,0 Prozent). Der Reingewinn1 betrug 26,1 Mio. EUR (Vorjahr 29,9 Mio. EUR). Der Gewinn lag damit deutlich unter den Erwartungen. Per Jahresmitte war man noch von einem leichten Gewinnanstieg ausgegangen.

    Der auf die Aktionäre der Zehnder Group entfallende Gewinn pro Aktie2 sank von 102 EUR auf 89 EUR (- 13 Prozent).

    Solide Eigenkapitalquote – gesunkene Nettoliquidität

    Die Bilanzsumme betrug 373,7 Mio. EUR (Vorjahr 381,2 Mio. EUR). Das Eigenkapital3 sank – wegen der Direktverrechnung des erworbenen Goodwill mit dem Eigenkapital – auf 201,3 Mio. EUR (Vorjahr 214,2 Mio. EUR), was einer nach wie vor soliden Eigenkapitalquote von 54 Prozent entspricht.

    Die verzinslichen Schulden inklusive der Finanzleasingverbindlichkeiten beliefen sich per Jahresende auf 28,8 Mio. EUR. Diesen Finanzschulden standen als Folge der Akquisitionen tiefere liquide Mittel von 60 Mio. EUR (Vorjahr: 92,6 Mio. EUR) gegenüber, woraus sich eine gegenüber dem Vorjahr gesunkene Nettoliquidität von 31,2 Mio. EUR ergab.

    Unveränderte Kapitalstruktur

    Das Aktienkapital beträgt wie im Vorjahr 29,34 Mio. CHF und setzt sich aus 243'900 Inhaberaktien (Nominalwert 100 CHF) und 247'500 Namenaktien (Nominalwert 20 CHF) zusammen. Die Inhaberaktien sind an der Schweizer Börse (SWX) kotiert und entsprechen rund 83 Prozent des Kapitals. Die nicht kotierten Namenaktien sind im Eigentum der Familien Zehnder oder ihnen nahe stehenden Personen.

    Stabile Ausschüttungsquote – Personelles

    Auf der Basis des Gewinns pro Aktie von 89 EUR schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung deshalb eine um 5 CHF reduzierte Dividende von 45 CHF vor. Dies entspricht einer unveränderten Ausschüttungsquote von 31 Prozent. Damit setzt Zehnder Group die seit Jahren praktizierte «ertragsorientierte Dividendenpolitik bei stabiler Ausschüttungsquote» fort.

    Mit der kommenden Generalversammlung enden die Verwaltungsratsmandate der Herren Thomas Benz, Philippe Nicolas, Enrico Tissi und Hans-Peter Zehnder. Mit Ausnahme von Philippe Nicolas stellen sich alle Verwaltungsräte zur Wiederwahl. Aus gesundheitlichen Gründen ist Paul Jansen (Leitung Komfortlüftungen) anfangs April aus der Gruppenleitung ausgeschieden. Er steht Zehnder Group als Berater für strategische Projekte weiterhin zur Verfügung. Bis auf weiteres hat Dr. Hans-Peter Zehnder die Leitung der Komfortlüftungen übernommen.

    Ausblick 2008

    Zehnder Group’s Geschäftsentwicklung wird erfahrungsgemäss massgeblich vom Umsatzverlauf in der Periode Frühsommer bis Winteranfang geprägt. Angesichts der Kurzfristigkeit des Geschäfts (generell tiefer Auftragsbestand; zwischen Bestellungseingang und Auslieferung der Bestellungen vergehen im Allgemeinen weniger als drei Wochen) sind Aussagen zur Geschäftsentwicklung zum jetzigen Zeitpunkt schwierig.

    Die Geschäftsleitung glaubt nicht, dass sich die relevante Branchenkonjunktur kurzfristig ändern wird und rechnet deshalb auch in 2008 mit einem schwierigen Umfeld. Gleichzeitig weist sie jedoch darauf hin, dass dank neuen Produkteinführungen und einer verstärkten Marktbearbeitung die Voraussetzungen für eine gedeihliche Weiterentwicklung der Gruppe geschaffen wurden.

    Im ersten Quartal des laufenden Jahres hat die Gesellschaft das gesamte Kapital der englischen Greenwood übernommen. Greenwood verkauft Lüftungskomponenten (Abluftventilatoren, Wärmerückgewinnungsgeräte, Luftverteilsysteme) für den Einfamilienhaus- und Wohnungsbau. Die Gesellschaft beschäftigt rund 100 Mitarbeitende. Sie erzielte 2007 einen Umsatz von 16 Mio. GBP und war profitabel. Im Bereich der Wohnungslüftung zählt Greenwood zu den führenden Anbietern. Die Finanzierung dieser Akquisition erfolgte mittels Bankdarlehen und vorhandenen flüssigen Mitteln.

    René Grieder
    Moortalstrasse 1
    5722 Gränichen
    Schweiz

    Chief Financial Officer

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