30.03.2010

Zehnder Group 2009: Rekordgewinn bei moderatem Umsatzrückgang

    Gränichen/Schweiz, 30. März 2010 – Die international im Bereich Raumklima (Heizkörper und Lüftungen) tätige Zehnder Group erzielte im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von 437 Mio. EUR oder 4% unter Vorjahr. Einer deutlichen Zunahme im Segment Lüftungen, die nun bereits über 27% des Gruppenumsatzes erreichen, stand ein Rückgang bei den Heizkörpern gegenüber. Organisch und währungsbereinigt nahm der Umsatz um 3% ab. Der operative EBIT vor Einmalaufwendungen stieg um 28% auf 43,0 Mio. EUR, was einer EBIT-Marge von 9,9% entspricht. Auf Stufe Reingewinn wurde mit 33,4 Mio. EUR ein Rekordergebnis erzielt. Mit einer Reingewinn-Marge von 7,7% konnte wieder an die erfreulichen Vorjahresresultate angeknüpft werden, nachdem 2008 eine einmalige Belastung aus dem Verkauf des Geschäfts mit Aluminiumheizkörpern (Faral) angefallen war. Die deutlich gestärkte Ertragskraft ist neben tieferen Beschaffungspreisen vor allem verschiedenen operativen und organisatorischen Massnahmen zu verdanken, die 2008 eingeleitet wurden und im Berichtsjahr erste Früchte trugen. Den Aktionären wird eine deutlich erhöhte Dividende von 52.00 CHF pro Inhaberaktie vorgeschlagen. Für 2010 erwartet die Gruppenleitung eine nochmalige, wenn auch moderate Abnahme des Umsatzes.

    Zweites Semester besser als erwartet

    Nachdem der organische und währungsbereinigte Umsatz im ersten Semester 2009 noch um 5% unter dem Vorjahreswert lag, verflachte sich der Rückgang im zweiten Halbjahr auf 3%, was vor allem dem Geschäftsverlauf in den Monaten November und Dezember zu verdanken ist. Von dieser Stabilisierung profitierten alle Segmente. Die Verkaufserlöse mit Heizkörpern waren im Berichtsjahr mit 317,8 Mio. EUR um 8% tiefer als 2008 (organisch und währungsbereinigt -6%). In Europa ging der Verkaufserlös auf den beiden Kernmärkten Frankreich und Deutschland nur geringfügig zurück. Dagegen mussten in Spanien, Grossbritannien, Italien und Russland deutliche Einbussen registriert werden. Preiserhöhungen auf einzelnen Märkten konnten diese Entwicklung nicht kompensieren. Gesamthaft ist es Zehnder jedoch gelungen, den Marktanteil weiter auszubauen. Im Lüftungsgeschäft legte der Umsatz ein weiteres Mal um starke 10% auf 118,7 Mio. EUR zu (organisch und währungsbereinigt +12%). Dies entsprach 27,2% der gruppenweiten Verkaufserlöse. Zu diesem erfreulichen Wachstum trugen vor allem die Wärmerückgewinnungsgeräte bei. Neben den europäischen Gesellschaften, die 397,7 Mio. EUR zum Gruppenumsatz beisteuerten, entfielen 23,5 Mio. EUR (-6%) auf die Region USA, wo die Profitabilität gesteigert werden konnte, und 15,3 Mio. EUR (-3%) auf China. Organisch und währungsbereinigt betrug der Rückgang in diesen beiden Regionen je -10%.

    Deutlich gesteigerte Profitabilität

    Der um 28% auf 43,0 Mio. EUR verbesserte EBIT vor Einmalaufwendungen repräsentiert eine sehr gute Marge von 9,9% (Vorjahr 7,4%). Auf Stufe Reingewinn konnte mit 33,4 Mio. EUR bzw. einer Marge von 7,7% (Vorjahr 0,6%) ebenfalls wieder an die Ergebnisse früherer Jahre angeknüpft werden, nachdem 2008 durch eine einmalige Belastung aus dem Verkauf des Geschäfts mit Aluminiumheizkörpern (Faral) geprägt war. Die deutlich gesteigerte Ertragsintensität erklärt sich zum einen mit konjunkturbedingt tieferen Einkaufspreisen von Stahl und anderen wichtigen Rohstoffen. Zum anderen wirkten sich verschiedene, im Vorjahr eingeleitete organisatorische und operative Massnahmen positiv aus, die im Zeichen der Annäherung der beiden Aktivitäten Heizkörper und Lüftungen standen. Dazu zählten beispielsweise die Zusammenlegung operativer Gesellschaften und die Optimierung der Prozesse zur Steigerung der Produktivität.

    Anhaltender Innovationsschub

    Die im Herbst 2008 eingeführte Comfobox 5, eine kompakte Energiezentrale mit Wärmepumpe, Lüftung und Warmwasseraufbereitung, ist vom Markt positiv aufgenommen worden und hat die Erwartungen an das erste Jahr erfüllt. Auch das 2009 lancierte Flachovalrohr als Herzstück der Luftverteilung stiess bei den Kunden auf grossen Anklang. Einer regen Nachfrage erfreute sich die Deckenstrahlplattenlösung Carboline zum Heizen und Kühlen mit einem neuen Werkstoff, die im Berichtsjahr in verschiedenen Ländern eingeführt wurde. Gut aufgenommen wurden ebenso die neuen Handtuchradiatoren und die energieeffizienten Luftfiltergeräte der Serie «eco». Planmässig wurde 2009 das neue Innovationszentrum in Gränichen/CH bezogen. Es bringt die Entwicklungsteams für Heizkörper und Lüftungen näher zusammen und erlaubt dadurch eine erhebliche Synergienutzung.

    Erneute Steigerung der Sachanlageinvestitionen

    Die Investitionen in Sachanlagen wurden um 4% auf 24,5 Mio. EUR angehoben und dank des Geldflusses aus Betriebstätigkeit vollständig eigenfinanziert. Die Schwerpunkte lagen bei Prozessoptimierungen und dem Kauf eines neuen Verkaufs- und Verwaltungsgebäudes in Peking. Per Jahresende beschäftigte Zehnder Group 2'867 Mitarbeitende (Vorjahr 2'990).

    Eigenkapitalquote wieder über 50%

    Die Bilanzsumme lag Ende 2009 praktisch unverändert bei 352,5 Mio. EUR (Vorjahr 354,0 Mio. EUR). Das Eigenkapital stieg von 152,6 Mio. EUR im Vorjahr auf 182,0 Mio. EUR; im Gleichklang dazu nahm die Eigenkapitalquote von 43% auf 52% zu. Neben den eigenfinanzierten Investitionen wurden netto 24,7 Mio. EUR Darlehen zurück bezahlt. Die Nettoliquidität per Ende Jahr belief sich auf 20,2 Mio. EUR (Vorjahr 5,0 Mio. EUR Nettofinanzschulden).

    Höhere Dividende

    Getreu der langjährigen Dividendenpolitik, die sich an einer Ausschüttungsquote von rund 30 Prozent orientiert, schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vom 19. Mai 2010 eine substantiell höhere Dividende von 52.00 CHF pro Inhaberaktie vor (Vorjahr 4.30 CHF).

    Ausblick 2010

    Der Geschäftsverlauf von Zehnder Group ist erfahrungsgemäss massgeblich vom Umsatzverlauf in der Periode Frühsommer bis Spätherbst geprägt. Auch erschwert die kurzfristige Natur des Geschäfts Vorhersagen zur Umsatzentwicklung, da zwischen Auftragseingang und Auslieferung in der Regel nur wenige Wochen liegen. Zudem sind die globalen Konjunkturperspektiven für die Realwirtschaft auch für 2010 höchst unsicher. Dabei gilt es zusätzlich, den spätzyklischen Charakter des Geschäfts, in dem sich die Gruppe bewegt, zu berücksichtigen. Entscheidend wird sein, wie schnell sich die relevanten Absatzmärkte erholen werden, was aus heutiger Sicht schwierig einzuschätzen ist. Sofern der Rückgang des Umsatzes wie im dritten und vierten Quartal 2009 weiter abflachen sollte, ist für 2010 mit einer nochmaligen, wenn auch moderaten Abnahme des Umsatzes zu rechnen.

    René Grieder
    Moortalstrasse 1
    5722 Gränichen
    Schweiz

    Chief Financial Officer

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